TV Hausen - VfB Friedrichshafen 2 3:0 PDF Drucken
Montag, 25. März 2013 um 08:24

Hausener Qualitätsjahrgang

Ulrike Weeber sah aus wie nach einer dieser Modelwahlen. Miss Volleyball trug am späten Samstagabend eine Schärpe. "Für die beste Trainerin" prangte darauf, dazu die Unterschriften aller Spieler des TV Hausen. "Die ziehe ich nicht mehr aus. Mit der gehe ich ins Bett", sagte sie über das wertvolle Dokument dieser magischen Saison des Volleyball-Aushängeschilds der Region. Seit Samstagabend ist der TV Hausen Meister der Regionalliga Süd. Das souveräne 3:0 (25:15, 25:15, 25:19) gegen den VfB Friedrichshafen II ist nun auch der Fahrschein für die 3. Liga. Ob das Ticket wahrgenommen wird (wir berichteten), ist noch offen. "Jetzt lassen wir das erstmal schön sacken", sagte Ulrike Weeber
Pizza für alle
In all dem Trubel der spontan improvisierten Hallenfeier mit Lieferdienst-Pizza, Bier und Sekt war kurz Zeit, an die verrückte Spielzeit voller Aufs und Abs zu denken. Eine Saison, die schlecht begonnen hatte, weil Fabian Buck ein Auslandssemester machte. Weil in Heiko Figgemeier, Kai Hollmann und Pascal Walter gleich drei Spieler langfristig verletzt ausfielen.
Hausen spielte ja zum Teil ohne Auswechselspieler. Seit der Rückkehr von Punktesammler Fabian Buck und den Langzeitverletzten wurde kein Spiel mehr verloren, sieben Siege in Folge seit Mitte Dezember haben letztlich den Meistertitel möglich werden lassen.
Erfolg zieht an. 450 Zuschauer saßen am Samstagabend auf der Tribüne, standen in Zweierreihen rund ums Spielfeld. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Axel Kleinscheck über den Allzeitrekord. "Natürlich ist man da aufgeregter als wenn 50 Leute da sitzen", sagte Tobias Ballat. Ruhig und abgebrüht haben sie am Samstag die eigene Nervosität und Friedrichshafen besiegt.
Der Hausener Qualitätsjahrgang 2012/13 zeichnet sich durch seine Ausgeglichenheit aus. Moritz Weeber als Zuspieler, Axel Kleinscheck über außen, das Bollwerk Mittelblock mit Christian Geiger und Tobias Ballat, Libero Bernd Neuffer, dazu die Extraklasse von Diagonalangreifer Fabian Buck und Außen Malte Stiel.
Großes Kompliment
Die gegenseitige Wertschätzung von Team und Trainer könnte nicht größer sein. "Das ist die beste Mannschaft, mit der ich je zusammengearbeitet habe", sagt die Trainerin. Dass es sportlich die erfolgreichste der Vereinsgeschichte ist, ist dabei nur ein Aspekt. Auch menschlich passt es, weil da wirkliche Freunde auf dem Feld stehen, die einst in der Schul-AG von Gerhard Weeber am Lauffener Gymnasium mit dem Volleyballspielen begannen. Seine Frau Ulrike kümmert sich zudem nicht nur um die Mannschaft, selbst die Zuschauerbewirtung ist Chefinnen-Sache. Brezeln und Bier für die Zuschauer kauft immer sie ein. Zuletzt sorgte der unerwartete Zuschaueransturm für Engpässe.
In ein paar Wochen wollen Spieler und Trainerin eine Art Konklave abhalten und beratschlagen, ob man sich in das mit mehr Aufwand verbundene Abenteuer 3. Liga stürzen soll. Es spricht mehr dafür als dagegen, es tatsächlich zu wagen. Denn noch studiert das Gros der Mannschaft, noch haben Spieler wie Heiko Figgemeier, Pascal Walter oder Lars Hammer ihren Leistungszenit nicht erreicht. "Egal, wie die Entscheidung ausfällt, wir werden gemeinsam weitermachen", sagt Malte Stiel, der sich schon wieder auf die anstehende Beach-Volleyballsaison vorbereitet.
Ulrike Weeber hat sich gestern in den Urlaub und von ihrer Schärpe verabschiedet. Beim Skifahren würde das schmucke Ding von Miss Volleyball zu sehr leiden.
 
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